Dienstag, 12. Juni 2018

Rezension - Tote Mädchen lügen nicht

"Tote Mädchen lügen nicht" von Jay Asher
ISBN: 978-3-570-30843-1/ Verlag: cbt / Seitenanzahl: 282 / Altersempfehlung: ab 13

Der Spruch „Kinder können gemein sein“ ist wahrer als man denkt...

Bevor ich das Buch „Tote Mädchen lügen nicht“ gelesen habe, habe ich zuerst die Serie auf Netflix geguckt. Ich weiß, eigentlich macht man das eher umgekehrt, aber das Buch hatte mich irgendwie nie
angesprochen. Nachdem ich die Serie jedoch geschaut hatte, musste ich es lesen. Daher möchte ich euch erst eine kurze Zusammenfassung der Geschichte an sich geben und dann meine Meinung zu dem Buch und der Serie und den ggf. vorhandenen Unterschieden.

In „Tote Mädchen lügen nicht“ geht es um 13 Kassetten die Clay zugeschickt werden, ohne Absender, ohne Hinweis. Als Clay die erste Kassette in den Rekorder schiebt durchfährt ihn ein Schock, denn diese Kassetten sind von Hannah Baker. Hannah Baker, die sich vor kurzem das Leben nahm...

Clay ist schockiert und weiß gar nicht wie er reagieren soll, aber er hört sich diese Kassetten nach und nach an, denn Hannah hat sich nicht ohne Grund umgebracht. Es gab eine Reihe von Ereignissen, die an ihrer Schule passierten, die sie nicht mehr verarbeiten konnte und schließlich sah sie nur noch diesen Weg. Auf den Kassetten werden alle Gründe bzw. Personen genannt, die Hannah auf diesen Weg gebracht haben, so schockierend es auch sein mag....

Wie oben schon erwähnt, habe ich mir zuerst die Serie angeschaut, Staffel 1, sowie Staffel 2 und ich war schockiert. Klar, ich wusste ungefähr um was in dem Buch ging, aber es so live und in Farbe im TV zu sehen war schon heftig. Die Serie ist ja stark umstritten und einerseits kann ich das vollkommen verstehen, denn es wird wirklich alles gezeigt, aber andererseits finde ich gerade das so gut! Ich will gar nicht wissen, was genau auch auf unseren Schulen vor sich geht, aber diese Serie zeigt die Realität und ist nicht nur reine Fiktion.

Im Buch lernen wir Hannah eigentlich gar nicht kennen, nur über die Kassetten. Die Serie ist natürlich anders aufgebaut und wir lernen Hannah besser kennen und Clay. Clay versucht die Kassetten zu verarbeiten und weiß nicht wie er reagieren soll. Allerdings ist der Clay im Buch und der Clay in der Serie vollkommen anders....

Der größte Unterschied ist, dass Clay im Buch die Kassetten in einer Nacht hört und nicht wie in der Serie über mehrere Tage, aber ansonsten wäre die Serie auch sehr kurz geworden...

Aber ich muss sagen, dass das Buch und die Serie sich auch gut ergänzen, denn im Buch kommt einiges zu kurz. In der Serie kommen auch die anderen Person mehr zu Geltung, die sich auf den Kassetten befinden und das finde ich richtig gut! Auch Hannah´s Eltern lernen wir in der Serie kennen, im Buch nicht.

Das einzige was mich gestört hat ist, dass Clay in der Serie irgendwie schwach, ja als Art „Waschlappen“ dargestellt wird, der Ewigkeiten braucht um die Kassetten zu hören. Im Buch jedoch hat er auch damit zu kämpfen, wer hätte das nicht, aber er hört die Kassetten innerhalb einer langen Nacht und ist nicht schwach.

Die Serie hat Vorteile und das Buch hat Vorteile, klar erzählt die Serie noch viel, viel mehr als das Buch, aber ich sehe es wirklich als Ergänzung und kann gar nicht sagen was mir besser gefallen hat, Buch oder Serie. Vielleicht habt ihr einen Favoriten?!

Definitiv kann ich sagen, dass Buch sowie Serie einen tief schockieren, berühren und zum Nachdenken anregen! Das Thema Mobbing ist in der Schule größer, als jeder denkt oder mitbekommt, gerade als Erwachsener sollte man mehr darauf achten. Ich selbst habe dies in meiner Schulzeit erlebt und habe mir geschworen bei meinen Kindern, wenn ich einmal welche habe, mehr darauf zu achten.

Die Serie ist ab 16 und viele regen sich über diese Serie auf, aber die Serie kann einem die Augen öffnen und hat eine Botschaft: Sucht euch Hilfe!

Kein Weg ist so aussichtslos, dass dieser unglaubliche Schritt als Ausweg zu sehen ist.

Ich meine mich daran zu erinnern, dass das Buch in meiner aktiven Buchhändlerzeit sogar einmal als Schullektüre genommen wurde und das finde ich richtig, richtig gut! In der Schule könnte das Buch vielleicht auch etwas bewirken, die Serie sollte nur mit Rücksprache der Eltern gezeigt werden, denn es kann schon verstörend sein, aber es könnte vielleicht auch den Leuten, die auf der anderen Seite stehen, die Augen öffnen. Ich glaube die meisten Kinder, die andere „mobben“ empfinden es gar nicht als schlimm und merken nicht, was sie vielleicht bewirken.

Aber natürlich betrifft das Thema Mobbing nicht nur Kinder/Jugendliche, sondern auch genug Erwachsene. Ob Schule oder Berufswelt, Mobbing kann überall sein, daher ist es vermutlich gut früh darüber zu reden, je früher desto besser. In der Schule vorsorgen und im Erwachsenenleben davon mit profitieren.

Die Serie sorgt dafür, dass das Buch wieder ins Rampenlicht rückt und zieht generell Aufmerksamkeit auf sich! Ich bin sehr gespannt, wie die 3. Staffel werden wird.

So, das ist jetzt doch länger geworden als gedacht und ich könnte noch mehr schreiben, aber „Tote Mädchen lügen nicht“ hat es verdient!

Falls ihr Buch und Serie noch nicht kennt, ich kann es euch nur empfehlen und vielleicht seht ihr euer Umfeld dann auch in einem anderen Licht!

Mein Fazit:5 von 5 möglichen 💜💜💜💜💜

LG,
eure Sarah

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