Sonntag, 28. Juli 2024

Rezension - Wir werden jung sein

 „Wir werden jung sein“ von Maxim Leo
ISBN: 9783462310696 / Verlag: Kiepenheuer & Witsch / Seitenanzahl: 304

 

Wie würdest du leben, wenn du biologisch gesehen viel jünger und gesünder bist?

 

Jede kennt die Charité in Berlin, entweder aus den Nachrichten oder da man aus gesundheitlichen Gründen mit ihnen Kontakt hatte. In diesem Buch lernen wir einen Professor der Charité kennen, der eigentlich nur ein Ziel hat. Seine aktuellen Probanden mit einem von ihm entwickelten Medikament von einer Herzerkrankung zu heilen. Da er es nur fair findet macht er sich quasi auch selbst zu einem Versuchsobjekt und nimmt dieses Medikament ebenfalls selbst ein. 

 

Nachdem eine der Probanden plötzlich neue Rekorde im Sport erzielt, welche rein körperlich gar nicht möglich wären beginnt seine Forschung ein neues Level zu erreichen. Die Probanden wurden nicht nur von ihren Leiden kuriert, sondern auch biologisch verjüngt. 

 


Ein Umstand der erst richtig faszinierend und toll klingt, doch schnell gibt es Diskussionen in der Öffentlichkeit und die Probanden werden mit neuen Problemen konfrontiert. 

 

Ein Medikament welches verjüngend wirkt…

 

Darf es jeder erhalten? 

Was passiert mit dem 16-jährigen Probanden, der plötzlich den Embryostatus hat?

Wie wird dieses Mittel die Welt verändern? 

 

Ich bin auf dieses Buch durch den Podcast „Zwei Seiten“ von Mona Ameziane und Christine Westermann aufmerksam geworden. Das Thema faszinierte mich und es hat sich wirklich gelohnt. 

 

Man kann sich schnell vorstellen, dass die Medizin irgendwann solch ein Medikament entwickeln kann und welch Verantwortung und Änderungen damit einhergehen würden. 

 

Die Menschen nehmen eh schon einen zu großen Platz der Welt ein und wenn nun niemand mehr stirbt? Geburtenkontrolle? Was würde es kosten und könnte es jeder erhalten? 

 

Diese Fragen sind faszinierend und regen den Leser zum nachdenken an. 

 

Ebenfalls wird ein interessanter Aspekt im Buch geschildert, will man überhaupt ewig leben? 

Welche Ziele hat man noch, die man im Leben irgendwann erreichen möchte, wenn es keine Begrenzung gibt?

 

Eine wirklich faszinierende Geschichte, die mich ein paar Tage nicht losgelassen hat. 

 

Es lohnt sich wirklich zu lesen und die Probanden, die mehr als zusammengewürfelt sind, kennenzulernen. Jedes Leben entwickelt sich unterschiedlich, entweder zum Besten oder schlechtem. Ebenso faszinierend, wie dieses Medikament. 

 

Also lesen lohnt sich, es ist mal etwas anderes :-)

 

Mein Fazit: 3 von 5 möglichen 💜💜💜💜

 

Freitag, 5. Juli 2024

Rezension - Windstärke 17

 „Windstärke 17“ von Caroline Wahl

ISBN: 978-3-8321-6841-4 / Verlag: Dumont / Seitenanzahl: 256

 

Wie wird ein Leben weitergehen, wenn eine bedrückende Konstante plötzlich fort ist?

 

Nach dem Buch „22 Bahnen“ von Caroline Wahl war ich sehr auf die Fortsetzung gespannt. Wer dieses Buch bisher noch nicht gelesen hat, hier könnte es ein paar kleine Spoiler geben ;-)

 

Im Buch treffen wir auf die mittlerweile junge Erwachsene Ida wieder, auf der dieses Mal der Fokus liegt. Wir erfahren recht früh, dass Tilda wirklich fortgegangen ist und Ida die letzten Jahre mit ihrer alkoholkranken Mutter allein war. 

 


Nach einem Fund voller Trauer hält es Ida nicht mehr aus, kündigt die Wohnung und steigt einfach in einen Zug. Allerdings möchte sie nicht zu ihrer Schwester, Ida ist noch mehr in sich zurückgezogen als das kleine Mädchen, welches wir zuvor kennenlernen durften. 

 

Durch Schicksal landet Ida auf Rügen und findet dort Menschen und eine Unterkunft, welche sie nach und nach aus ihrem Schneckenhaus locken und auch ihr Verhältnis zu ihrer Schwester könnte sich ändern. 

 

Allerdings findet das Leben, dass Ida es nicht schon schwer genug hat und das Kartenhaus beginnt zusammenzubrechen. 

 

Die Frage ist nur, wie wird Ida es verhindern selbst zusammen zu brechen? 

 

Nach der ungewöhnlichen Schreibweise der Autorin war ich gespannt, wie die Geschichte um die Schwestern weiter gehen wird. Eine etwas düstere Geschichte, mit viel Trauer und Leid kann auch positive Seiten haben und dies spiegelt dieses Buch ebenfalls wider. Ida genauer kennenzulernen war einfach spannend und man litt auch etwas mit ihr. 

 

Zudem hat die Autorin es erneut geschafft mich wieder in den Bann der Nebencharakter zu ziehen. Es entsteht eine lebhafte Welt vor dem inneren Auge und auch die Personen konnte ich förmlich sehen und die Luft der See riechen. 

 

Es hat mir wirklich Freude bereitet die Reise mit Ida zu starten und auch zu erfahren, wie es mit Tilda und Viktor weiter ging. 

 

Eine Geschichte, die man eventuell nicht erwartet hätte, aber dennoch genau richtig lag. Ich würde fast sagen, dass mir Band 2 noch besser gefallen hat als Band 1.  

 

Einfach mal etwas komplett anderes und mehr Tiefgang als erwartet! 

 

Mein Fazit: 5 von 5 möglichen 💜💜💜💜💜