„Der Wind von Yorkshire“ von Lia Scott
ISBN: 978-3-496719239 / Verlag: Tinte & Feder / Seitenanzahl: 267
Wenn ein behütetes Leben plötzlich Kopf steht…
Lia Scott entführt uns ein weiteres Mal in die Vergangenheit. Diesmal lernen die Familie Barlow im Jahr 1868 kennen und lieben. Die junge June und ihre beiden Schwestern führen ein eigentlich sehr behütetes und doch etwas außergewöhnliches Leben. Durch ihren Vater und seiner vielen Bücher lernen sie viel mehr über die Geschichte und die Welt als andere junge Frauen in ihrem Alter. Zudem begleitet June immer ihre Tante als Hebamme und Heilerin und hat sich nun auch dort ein großes Wissen angeeignet.
In ihrem kleinen Dorf in den Dales ist somit eigentlich alles in Ordnung, bis June und ihre Schwestern erst auf den seltsamen Franky O´Donovan treffen und dann eine der Schwestern erkrankt. In nur einer Nacht ändert sich für June alles und sie ist sich sicher diesen O´Donovan nie wieder zu sehen und dann wird klar, dass ihre Schwester von zu Hause fortmuss, um eine Chance zu haben gesund zu werden.
Plötzlich steht das Leben der Schwestern Kopf, so waren sie doch nie getrennt. Nachdem ihre Schwester abgereist ist, sieht sie sich gezwungen nun ebenfalls ihr zu Hause zu verlassen, um etwas Geld zu verdienen.
Sie geht in die nächste größere Stadt, um dort in einer der Spinnereien eine Arbeit zu finden. Schnell findet sie ein Dach über dem Kopf und eine Anstellung, doch das Leben in dieser großen Stadt ist anders als erwartet und plötzlich steht ein alter Bekannter vor ihr…
Ich finde es immer wieder bewundernswert, wieviel Herzblut und Recherche Lia Scott in ihre Bücher steckt. Bei ihr kann man sich sicher sein, dass die Geschichten sehr nah an der Realität sind. Dementsprechend lernen wir diesmal das Yorkshire 1868 und die dortigen Spinnereien und Lebensumstände kennen. Das Leben war damals sehr hart und Lia Scott bringt dies unglaublich gut rüber.
Darüber hinaus dürfen wir wieder spannende Charaktere und deren Geschichten kennenlernen. Die Familie Barlow ist ihrer Zeit schon etwas voraus und wird dann doch von den aktuellen Lebensumständen eingeholt.
Eine besagte schicksalshafte Nacht bildet den Anfang oder das Ende einer Geschichte und man fragt sich, wie diese Situation genau zustande gekommen ist. Bisher kann ich nur raten und ich glaube, ich liege falsch.
Anfangs nimmt die Geschichte etwas langsamer als sonst an Fahrt auf, aber ich habe schnell gemerkt, dass es sich gelohnt hat dranzubleiben. Der etwas längere Start war nötig, um den krassen Unterschied zu dem Leben in der Stadt zu begreifen.
Man darf auf Band 2 gespannt sein…
Mein Fazit: 4 von 5 möglichen 💜💜💜💜